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Marion Potz, geb. 1978, lebt und arbeitet in Wien


Ich beschäftigte mich in meinen Arbeiten mit Tier-Mensch Relationen sowie der Beziehung von Menschen zu ihrer Umgebung und Umwelt. Totemismus und damit eine andere Sicht auf Tiere findet sich in vielen meiner Arbeiten. Das Tier als Ahnwesen, als Gottheit, das schützend als auch bedrohend auf den Menschen einwirkt. Ich möchte in meinen Arbeiten in einen Dialog mit der Tierwelt treten und die westlichen Gedanken des Dualismus und Anthropozentrismus hinter mir lassen. Indigene Menschen treten immer wieder in meinen Bildern auf, der Anthropologe Eduardo Viveiros de Castro hat bei den amazonischen Arawaté Indianern einen neuen Schöpfungsmythos kennengelernt, in dem das Tier vom Menschen abstammt und somit der trennende Dualismus außer Kraft gesetzt ist. Das Tieren und andere Entitäten eine Seele haben, wird nicht bezweifelt. >>Ist ein Subjekt nach naturalistischer Auffassung ein ungenügend analystiertes Objekt, so ist in der animistischen Kosmologie der amerikanischen Ureinwohner das Gegenteil der Fall: Ein Objekt ist ein unvollständig interpretiertes Subjekt.<< (Eduardo Viveiros de Castro: Perspektiventausch, S. 79.) Um etwas über das andere, fremde Wesen zu erfahren, wird entsprechend subjektiviert und nicht objektiviert , es findet ein Dialog statt. Meine Arbeiten beschäftigen sich auch mit dem „multispecies“- Konzept von Donna Harraway. Ihr geht es um die Entstehung neuer Arten von Beziehungen aus nichthierarchischen Verbindungen und symbiotischen Zusammenschlüssen. Sie spricht vom „Gemeinsamen-Werden“ („Becoming with“), das die Entwicklung von hybriden, multisensorischen Sprachen beinhaltet um über Artengrenzen hinweg zu kommunizeren. Es geht nicht um Nachahmung, noch eine wörtliche Transformation, sondern die Verbreitung von mehrfachen Identitäten und Weisen, in der Welt zu sein und zu leben. Der Austausch zwischen den Arten, die Vorgänge zwischen Mensch und Tier, verbunden mit der wachsenden Globalisierung, Urbanisierung, dem Klimawandel und Verlust von Biodiversität fließen in meine Arbeiten mit ein.
Ein wesentliches Element in den Arbeiten von Marion Potz ist die Tierwelt. Mit den Tieren repräsentiert sie Eigenschaften und Gefühlszustände. Es gelingt ihr Augenblicke festzuhalten, die vordergründig portraithaft wirken, aber weit hinter diese Oberfläche zielen. Auch wenn der Mensch ins Bild tritt, bleiben die Tiere Darsteller für Unausgesprochenes, für eine unsichtbare vierte Ebene, für Unbewusstes. Die Künstlerin lässt uns BetrachterInnen mit ihren Arbeiten in eine farbenreiche Welt von Motiven aus dem Leben verschiedenster Altersgruppen und Gesellschaftsschichten eintauchen. Zarte bis satte Farbtöne und Transparenzen heben die Motive von der Leinen ab und lassen sie schweben wie dünne Stoffbahnen, die sich durch einen Luftzug abheben. Der Blick ist immer gerade und zielgerichtet, wir sehen uns mit dem Motiv auf Augenhöhe. Marion Potz sucht den Dialog, sie sucht ihn in ihren Motiven, in ihrer Technik und auch in ihren Arbeiten ist sie da – die Einladung zu kommunizieren.“
Martha M. Schildorfer, Kunsthistorikerin
„Marion Potz löst Ornamente und Dekorgegenstände aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und erweitert sie durch ein eigenes Formenvokabular. Verfremdet und ihres ehemaligen Kontextes enthoben, übersetzt Sie das historische Formengut in die Malerei. „Alles schmilzt dann in ein einziges Bildsujet das Verhältnis von Kunst und Leben, und dieses Motiv bildet die thematische Achse und Sinnmitte der Werke.“
Die Bilder sind impulsiv und feurig, von sehr klein bis massiv im Format und zeigen verwobene Welten. Es ist die Imagination der unendlichen Reise, von Wildtieren bis zu Elvis. Es ist die lebensfreudige, farbige, pochende Weltlichkeit einer Mischung oder Mixtur von Sichten, die das „Vielschichtige“ ausdrücken: Bilder vermögen ja oft zu zeigen, was Worte nicht fassen.“
Mag.Dr. Karl A. Irsigler, Kunsthistoriker

 

 

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